Ostern 1846 bezog Don Bosco nach Jahren ständig wechselnder Orte mit seinem Oratorium einen festen Sitz: das Pinardihaus in Turin-Valdocco, von dem sein ganzes weltweites Werk ausgehen sollte. Ostern 1934 wurde Don Bosco in Rom durch Papst Pius XI. heiliggesprochen, ein kirchengeschichtlich einmaliger Vorgang mit tieferer Bedeutung. In der Tat war Don Bosco ein zutiefst österlich geprägter Mensch, der aus der österlichen Botschaft heraus lebte und arbeitete. In seinem Jugendapostolat wirkte er unermüdlich für die jungen Menschen, damit ihr Leben gelingen sollte. So engagierte er sich - allen Todesmächten zum Trotz - für eine „Kultur des Lebens". Don Bosco war davon überzeugt, dass Gott „ein Freund des Lebens" (Weish 11,26) ist; und diese Botschaft bezeugte er durch Wort und Tat seinen Jugendlichen gegenüber.
Die Zeit Don Boscos stand Kindern und Jugendlichen oft gleichgültig oder sogar ablehnend und misstrauisch gegenüber. Und so hatte Don Bosco mit vielen Widerständen zu kämpfen. Man wollte ihn wegen seines Jugendapostolates sogar verhaften oder ins Irrenhaus stecken. Und doch ließ er sich durch all diese Schwierigkeiten nicht entmutigen. Dabei wurde Don Bosco angesteckt vom unermüdlichen Optimismus seines großen Vorbildes, des hl. Franz von Sales. Wie dieser glaubte auch Don Bosco an den guten Kern in jedem Menschen. Insbesondere seine Begegnungen mit den jungen Menschen waren von einem positiven Menschenbild geprägt. So lautet einer seiner wichtigsten Sätze: "In jedem Jugendlichen, auch in einem ‚Gauner', gibt es einen Punkt, der für das Gute zugänglich ist." Im Vertrauen auf diese guten Anlagen vermochte Don Bosco, selbst jungen Menschen in größten Schwierigkeiten eine Zukunftsperspektive zu eröffnen.
Wo ein solch positives Welt- und Menschenbild herrscht, da können auch Freude und Frohsinn Einzug halten. So war es zur Zeit Don Boscos, und so kann und soll es auch heute sein. Feste, Musik, Spiel und Theater, Begegnung und Geselligkeit sind Formen in salesianischen Häusern, Gruppen und Gemeinschaften, in denen sich diese Grundhaltungen ausdrücken können.
Don Bosco zeigte sich als ein äußerst aktiver und kreativer Geist, der immer darauf aus war, dem Leben zu dienen und den Nöten und Bedürfnissen seiner Jugendlichen zu begegnen. Er verstand seine Arbeit als Mitwirken am Heilswerk Gottes. Und so sagte er von sich selbst: "In allem, was zum Vorteil der gefährdeten Jugend ist oder dazu dient, Menschen für Gott zu gewinnen, gehe ich bis zur Verwegenheit."
In dieser Tradition sind auch seine Nachfolger davon überzeugt, dass Gott sich in den Zeichen der Zeit zu erkennen gibt und uns aufruft, in den Nöten der jungen Menschen seine Klopfzeichen zu hören. Gott will nicht, dass Menschen leiden. Er will keine „Kultur des Todes". Er will vielmehr, dass wir Not und Leid entgegentreten, wo immer sie sich uns zeigen, besonders wenn es um Kinder und Jugendliche geht. Hier sind wir mit Kreativität und Flexibilität gefordert, dem Leben zu dienen und für eine „Kultur des Lebens" zu arbeiten. Die österliche Botschaft, dass Gott „ein Freund des Lebens" ist, gibt uns dazu die Kraft. Diese österliche Botschaft in der „Via lucis", einem österlichen Stationsweg, zu betrachten, liturgisch zu feiern und zu bezeugen, entspricht der österlichen Spiritualität der salesianischen Familie daher zutiefst. (-->)