Don Bosco zählt zu den großen Marienverehrern in der Geschichte der Kirche. So hatte er es von seiner Mutter Margareta gelernt. Schon in seinem sog. Berufungstraum als Neunjähriger wurde ihm Maria als „Lehrmeisterin" gegeben. Immer wieder vertraute er seinen Berufungsweg und sein Jugendwerk ihr an. Eine lebendige Beziehung zu Maria ist für Don Bosco neben der Eucharistie die zweite Säule, an der man sich auch in schwierigen Zeiten festzuhalten vermag. Als seine eigene Mutter, die von seinen Jugendlichen nur „Mama Margareta" genannt worden war und die sich besonders der Waisen unter Don Boscos Jungen angenommen hatte, starb, da betete Don Bosco zu Maria: „Nun musst du ihre Mutter sein!" Und am Ende seines Lebens bekannte er: „Alles hat Maria gemacht!"
Don Bosco lehrte seine Jugendlichen und seine geistlichen Schüler, Maria vor allem als die himmlische Mutter zu verehren. Er förderte darum ganz besonders die Maria-Hilf-Verehrung, die sich u. a. in traditionellen Andachten, Prozessionen, Rosenkranzgebet und dem Maria-Hilf-Segen am 24. eines jeden Monats ausdrückte und ausdrückt. Eindrucksvollstes Beispiel der Verehrung Mariens als Helferin der Christen durch Don Bosco ist der Bau der Maria-Hilf-Basilika in Turin-Valdocco, den er unter größten Mühen und Entbehrungen vorantrieb (1863-68). Sie stellt zugleich einen Lobpreis an Maria, die Lehrmeisterin und Helferin Don Boscos dar, Bitte um ihre Fürsprache, damit die Salesianische Familie ihrer erzieherischen Sendung treu bleibe, und ein Zeichen der Ermutigung an die Christen in schwierigen Zeiten.
In Maria, der Helferin der Christen, sollten seine Jugendlichen nach dem Willen Don Boscos ein „Zeichen sicherer Hoffnung und des Trostes" (LG 68) finden. Die Schwesterngemeinschaft, die Don Bosco zusammen mit Maria Mazzarello begründete (1872), nannte er „Töchter Mariens, Hilfe der Christen" (Maria-Hilf-Schwestern, heute meist: Don-Bosco-Schwestern). Er nannte sie so, weil er sie als „lebendiges Denkmal des Dankes an die Madonna" wollte. Zur Förderung der Maria-Hilf-Verehrung gründete Don Bosco sogar eine eigene Vereinigung (1869), die sich bis heute diesem Anliegen verpflichtet weiß. Im Geist Mariens, die auf der Hochzeit zu Kana für die Bedürftigen (Joh 2,1-12) eintrat und sich im Magnificat für die Entrechteten engagierte (Lk 1,46-55), und im Vertrauen auf ihre mächtige Hilfe wissen sich auch die Schülerinnen und Schüler Don Boscos von heute gesandt, denen zu Hilfe zu eilen, die heute entrechtet und in Not sind, besonders den bedürftigen Kindern und Jugendlichen.