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Don Bosco und die Musik

Don Bosco selbst war ein Musiker, der verschiedene Instrumente spielen konnte, so Geige, Klavier und Orgel. In seinen „Erinnerungen an das Oratorium des Hl. Franz von Sales" berichtet er, wie er Musik zu unterrichten begann:

Wir „konnten zusätzlich zu dem Heim auch mit einer Musikschule für Choral und mehrstimmigen Gesang beginnen. Weil es das erste mal war (1845), dass öffentlicher Musikunterricht abgehalten wurde, das erste mal auch, dass Musikunterricht mit vielen Schülern gleichzeitig in einer Klasse erteilt wurde, gab es dort einen außerordentlichen Zulauf. Die berühmten Lehrer wie Luigi Ross, Giuseppe Blanchi, Cerutti, Kanonikus Luigi Nasi kamen und wohnten jeden Abend gespannt meinem Unterricht bei. ... Unter anderem kamen sie, um die neue Methode kennenzulernen, die übrigens heutzutage in unseren Häusern angewandt wird."

Er berichtet selber, dass er Musikunterricht erteilt hat: „So war ich also Lehrer für Gesang und Instrumentalmusik, für Klavier und Orgel, ohne dass ich darin je Schüler gewesen war. Der gute Wille ersetzt alles."

Gesang und Musik spielte für Don Bosco zusammen mit Theater und Sport eine wichtige Rolle im Oratorium von Valdocco und in seiner Pädagogik. Nicht zufällig zeigt ihn eines der wenigen Fotos aus dieser Zeit zusammen mit der Blaskappelle des Oratoriums:

 

DB-Musik

Musik und Gesang in der Pädagogik Don Boscos

Die Bedeutung der Instrumental- und Vokalmusik ist im Erziehungssystem Don Boscos eng mit seiner Auffassung einer Erziehung durch Freude, durch eine heitere Atmosphäre und durch eine Verfeinerung des Empfindens und des ästhetischen Geschmacks verbunden. Deshalb nimmt sie einen breiten Raum in allen Institutionen ein, vom Sonntagsoratorium über das Schülerwohnheim bis zu den Handwerks- und Berufsschulen (in ihnen wird besonders die Musikkapelle gepflegt). Unter anderem verleiht sie allen weltlichen und kirchlichen Feiern ihre muntere Festlichkeit: den Gottesdiensten, Prozessionen, Wanderungen und Ausflügen, Empfängen und Verabschiedungen, Preisverleihungen und Theateraufführungen.

1859 ließ Don Bosco über die Türe des Raumes für den Gesangsunterricht einen entsprechend modifizierten Bibelspruch schreiben: Ne impedias musicam, du sollst die Musik nicht behindern. Seine grundsätzliche Einstellung wird in der folgenden Aussage besonders treffend deutlich: „Ein Oratorium ohne Musik ist wie ein Körper ohne Seele." Auch wenn dieser Satz in einer speziellen Situation ausgesprochen wurde, drückt er eine Überzeugung aus, die seit den Anfängen seiner erzieherischen Tätigkeit wahrhaftig gelebte Realität war. In Erinnerung an seine allerersten Mitarbeiter schrieb er in den Memorie dell'Oratorio:

„Sie halfen mir, die Ordnung aufrecht zu erhalten, sie lasen vor und übernahmen die Leitung beim Singen der Kirchenlieder. Schon damals erkannte ich, dass ohne den Einsatz von Liederbüchern und das Vorlesen heiterer Geschichten die Zusammenkünfte an den Sonn- und Festtagen wie ein Leib ohne Seele gewesen wären."

Es verbinden sich hier verschiedene Motive. Anfangs wird die Musik hauptsächlich als Mittel angesehen, um die Jugendlichen zu gewinnen. „Es gab einen außerordentlichen großen Zulauf" zur Musikschule; dort wurde Vokal- und Instrumentalmusik unterrichtet, um die Jugendlichen „den Gefahren" zu entziehen, „denen ihre Religiosität und ihre Sittlichkeit ausgesetzt waren."

Zu diesem Motiv gesellte sich das religiöse, besonders in Bezug auf den kirchlichen und gregorianischen Gesang: „Es war auch sein Bestreben und sein Ziel, dass die Jugendlichen, wenn sie in ihre Heimat zurückkehrten, dem Pfarrer eine Hilfe beim Gesang im Gottesdienst sein könnten." Dazu kommt ein weiteres Motiv: „Man muss die Kinder immer beschäftigt halten." Schließlich soll hier noch die mehr erzieherische Wertung von Eugenio Ceria angeführt werden: „Der Hauptgrund wurde allerdings in der heilsamen Wirkung gesehen, den er ihr (der Musik) auf das Herz und die Phantasie der Jugendlichen zuschrieb, mit dem Zweck, sie zu vervollkommnen, zu erheben und zu bessern."

Aus: Braido, Pietro: Junge Menschenganzheitlich begleiten: das pädagogische Anliegen Don Boscos, München 1999, S. 209f.

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