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Sel. 5 jugendliche Märtyrer aus dem salesianischen Oratorium von Poznan (1942)

Gedenktag: 12. Juni

Am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkriege. Adolf Hitler marschierte in Polen ein. Auch das Salesianerhaus in Posen, in der Wronieckastraße wurde besetzt und zu Baracken für deutsche Soldaten umfunktioniert. Die Jugendlichen des Oratoriums trafen sich trotz des Verbotes weiterhin in den Wäldern und Gärten vor der Stadt, um einander zu stärken und zu unterstützen.

In der Zeit der deutschen Besetzung Polens entstanden zahlreiche geheimdienstliche Gruppen. Im September 1940 flogen daher die geheimen Treffen der Jugendlichen auf und Franz Kessy und seine vier Freunde wurden gefangen genommen und wegen „Zugehörigkeit zu einer illegalen Organisation" angeklagt.

Zuerst wurden die Fünf in die berüchtigte Festung bei Posen gebracht, wo sie gefoltert und verhört wurden. Anschließend kamen sie in verschiedene andere Gefängnisse, wobei sie nicht immer das Glück hatten, gemeinsam inhaftiert zu sein. Nach ihrer Rückkehr nach Posen machte man ihnen den Prozess. Sie wurde wegen „Vorbereitung eines Staatsstreiches" des Hochverrats angeklagt und zum Tode verurteilt.

Vollstreckt wurde das Urteil am 24. August 1942 in Dresden. Erfüllt vom Geist des Glaubens und ihrer salesianischen Spiritualität waren sie ins Gefängnis gegangen. Ausdruck fand dieser tiefe Glaube in stetem Gebet. So beteten sie morgens und abends den Rosenkranz, Novenen zu Don Bosco und Maria, der Helferin der Christen. Auch versuchten sie während ihrer Gefangenschaft durch geheime Nachrichten mit ihren Familien in Kontakt zu bleiben. Die Familien machten ihnen dadurch Mut, und versicherten ihnen, dass sie im Gebet verbunden bleiben würden. Wenn es den fünf Jugendlichen möglich war, feierten sie in ihren Zellen auch die liturgischen Feste. Ihr Glaube verließ sie nicht, so blieben sie bis zu ihrem Ende Zeugen für Jesus Christus und sein Evangelium.

Papst Johannes Paul II. sprach die fünf jungen Blutzeugen zusammen mit 103 weiteren Märtyrern aus der Zeit des 2. Weltkriegs am 13. Juni 1999 in Warschau selig. Der Gedenktag der fünf jugendlichen Seligen wird am 12. Juni begangen.

Franz (Franciszek) Kesy (22 Jahre)

Franz KesyFranz Kesy wurde am 13. November 1920 in Berlin geboren, da sein Vater dort als Zimmermann Arbeit gefunden hatte. Als die Familie nach Posen übergesiedelt war, arbeitete dieser in einer Elektrofabrik. Franz war das dritte von fünf Kindern seiner Familie. Man erinnerte sich später daran, dass er sensibel, schwächlich und oft krank war. Aber gleichzeitig war er fröhlich, gelassen, sympathisch, liebte Tiere und war stets bereit, den anderen zu helfen. Morgens begab er sich zur Kirche und empfing fast täglich die Kommunion. Am Abend betete er den Rosenkranz.

Franz hatte die Absicht, in das salesianische Noviziat einzutreten. Er war Aspirant im kleinen Seminar der Salesianer in Lad. Als er jedoch während der deutschen Besetzung Polens sein Studium nicht fortsetzen konnte, fand er in einem Industriebetrieb eine Beschäftigung. Die Freizeit verbrachte er im Oratorium von Posen, wo er mit den anderen vier eng befreundet war. Er half mit bei der Animation der anderen Jugendlichen und deren Aktivitäten.

Eduard (Edward) Klinik (23 Jahre)

Eduard KlinikEduard Klinik wurde als zweites von drei Kindern am 21. Juni 1919 in Bochum geboren. Sein Vater war Mechaniker. Eduard schloss das Gymnasium in der salesianischen Niederlassung von Auschwitz ab. Während der deutschen Besatzung arbeitete er in einer Konstruktionsfabrik. Seine leibliche Schwester, die Ursulinenschwester Maria vom Sterbenden Jesus, bezeugte später: „Durch den Besuch des Oratoriums vertiefte sich das geistliche Leben meines Bruders Eduard." Dort begann er als Ministrant, regelmäßig an der Messe teilzunehmen. Hierbei bezog Eduard auch seinen jüngeren Bruder mit ein.

Eduard wurde als recht furchtsam und ruhig beschrieben. Vom Zeitpunkt des Eintritts ins Oratorium an wurde er jedoch lebhafter. Er war ein systematischer und verantwortungsvoller Schüler, der sich in der Gruppe der Fünf dadurch hervortat, dass er auf jedem Tätigkeitsgebiet sehr engagiert war. Er vermittelte den Eindruck, der Ernsthafteste und Tiefsinnigste unter ihnen zu sein. Unter der Leitung der salesianischen Lehrer wurde sein spirituelles Leben immer solider, wobei die Eucharistie, eine lebendige Marienverehrung und die Begeisterung für die Ideale des heiligen Johannes Bosco hierbei im Zentrum standen.

Jarogniew Wojciechowski (20 Jahre)

Jarogniew Wojciechowski Jarogniew Wojciechowski stammte aus Posen, wo er am 5. November 1922 geboren wurde. Der Vater hatte ein Kosmetikgeschäft. Das Familienleben war lange Zeit geprägt von der schwierigen Situation in der Familie, denn sein Vater war Alkoholiker. Später verließ der Vater jedoch die Familie. Nun war Jarogniew gezwungen, die Schule zu wechseln und blieb unter der Obhut seiner älteren Schwester. In dieser Zeit fand er Unterstützung und Halt im salesianischen Oratorium, an dessen Aktivitäten er mit Begeisterung teilnahm. Die Zeugenaussagen erinnern sich an ihn als Messdiener bei den Salesianern, als Teilnehmer von Ausflügen und Ferienlagern, er spielte religiöse Lieder auf dem Klavier, nahm am religiösen Leben seiner Familie teil und empfing jeden Tag die Kommunion.

Wie die anderen Freunde der Gruppe tat er sich besonders wegen seiner Kameradschaftlichkeit, seines guten Humors und seines Einsatzes bei den Aktivitäten hervor. Jarogniew zeichnete sich im Zusammensein mit seinen Freunden zudem durch seine ausgleichende Art aus. Bei Differenzen war er derjenige, der vermitteln musste. Er war um die Vertiefung der Sicht der Dinge bemüht und suchte die Ereignisse zu verstehen, ohne allerdings in Schwermut zu verfallen. Er war eine Führungsfigur im besten Sinn des Wortes.

Ceslaus (Czeslaw) Józwiak (22 Jahre)

Ceslaus Józwiak wurde am 7. September 1919 in Lazynie geboren. Er stand seit seiner Kindheit mit dem salesianischen Oratorium in Verbindung. Er war zehn Jahre alt, als er es zum ersten Mal betrat. Sein Vater arbeitete als Bediensteter der Gerichtspolizei. Ceslaus besuchte das Gymnasium „Hl. Johannes Kanty" und war ebenfalls Animator einer Jugendgruppe im Oratorium in Poznan. Da er bei Kriegsausbruch die Schule nicht fortsetzen konnte, arbeitete er in einem Kosmetikgeschäft.

Von ihm heißt es, dass er von Natur aus eher aufbrausend, spontan und voller Energie war. Er war ausdauernd, zielstrebig und zum Opfer bereit. Unter der Leitung des Direktors Pater Augustinus Piechura strebte er nach christlicher Vollkommenheit und machte darin gute Fortschritte. Bei den Jüngeren genoss er ein großes Ansehen. Einer seiner Kameraden im Gefängnis sagte über ihn: „Er hatte einen guten Charakter und ein gutes Herz. Er hatte eine Seele wie Kristall. Als er sich mir gegenüber öffnete, habe ich verstanden, dass sein Herz frei von jedem Makel der Sünde und von jeder Bosheit war. Er hatte mir einen seiner Gedanken anvertraut, der ihn beschäftigte; nämlich: sich mit keiner Unreinheit zu beflecken."

Eduard (Edward) Kazmierski (23 Jahre)

Edward KazmierskiAuch Edward Kazmierski wurde am 1. Oktober 1919 in Posen geboren. Er stammte aus einer armen Familie, sein Vater war Schuster. Schon nach Beendigung der Grundschule war er gezwungen, in einem Geschäft und dann in einem mechanischen Betrieb zu arbeiten. Er fügte sich früh in das salesianische Oratorium ein und konnte in diesem Umfeld seine ungewöhnlichen musikalischen Talente entwickeln. Von ihm wird gesagt, dass ihn eine lebendige Religiosität auszeichnete, die in seiner Familie grundgelegt worden war.

Die freie Zeit nach der Arbeit verbrachte er im Oratorium und so wuchs in ihm eine tiefe eucharistische und marianische Frömmigkeit. Mit 15 Jahre nahm er an einer Wallfahrt nach Tschenstochau teil und legte die mehr als 500 km zu Fuß zurück. Er war Leiter der Gruppe „Hl. Johannes Bosco" und begeisterte sich für die salesianischen Ideale. Charakterlich war er lebhaft, entschlossen und zielstrebig in seinen Entscheidungen. Er sang gern in der Kirche, im Chor und auch als Solist. Mit fünfzehn Jahren bereits schrieb er einige Musikkompositionen. Eduard war geprägt von Nüchternheit, Klugheit und Wohlwollen. Im Gefängnis bewies er eine große Liebe zu seinen Kameraden. Gern half er den Älteren und war ganz frei von Hass gegen seine Verfolger.

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Quelle: www.sdb.org

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