Colle Don Bosco
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Meditation (1999)

Don Bosco von Thomas Kessler

Eine Meditation von P. Rudolf Kelzenberg SDB (Jünkerath) zu einem Don Bosco Bild von Thomas Kessler (Düsseldorf).

Ein markanter Kopf - ein Bauernschädel - aus dem Land von Asti/Piemont. Weinberge, Mais- und Getreidefelder, Wiesen mit Rindern und Schafen prägen die Landschaft. Die Menschen sind mit ihrem Boden verwurzelt: Einfach, zäh, lebensbejahend, realistisch, zielstrebig, gläubig; aber auch hartnäckig, fast dickköpfig; dabei viel Sinn für Arbeit und Familie, Hier erhielt Johannes Bosco seine Prägung beim Kampf ums tägliche Brot. Kühe hüten; Vieh füttern, einfaches Essen, manchmal mit hungrigem Magen ins Bett, gesunder Schlaf auf dem Strohsack.
Keine Romantik sondern harte Wirklichkeit bei den Kleinbauern zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts in Piemont, und besonders im Haushalt der Witwe Margaretha Bosco mit ihren drei Jungen. Sie war Mutter, aber auch Lebens- und Glaubensmeisterin. Leben in Gottes Gegenwart. Dankbarkeit für das karge Leben mit seinem harten Brot und die Sorge für andere, für die noch ärmeren, dies lebte sie ihren Kindern vor. Die Ärmel aufkrempeln, "wer schläft fängt keine Fische", und das weitere Gott überlassen, diese Lektion hat Giovanni Bosco für sein ganzes Leben hier gelernt.
Das Gesicht: Ein realistischer Blick auf ein Ziel, ernst und doch mit einem Lächeln um die Mundwinkel. Optimist bei allem Realismus. Was er einmal als richtig erkannt hat, das wird er nicht mehr aufgeben. Zwei Maskengestalten: etwa Bischöfe mit Mitra? Nein, nimmer, obwohl er mit seinem Erzbischof und manchem Prälaten seine liebe Not hatte, war und bleibt er ein treues Glied der Kirche. Die Masken stehen für die Freude, das lockere Spiel, entnommen der Commedia dell'arte seiner italienischen Heimat; Fröhlichkeit, entsprungen aus seinem Gottvertrauen, Freude an Gottes Schöpfung. Traurigkeit war für ihn das Einfallstor des Bösen. Das Haus, der Pinardischuppen, die erste Unterkunft. Viele, fast unzählige sollten folgen bis heute zu überall, wo junge Menschen Annahme, Schutz, Hilfe, Geborgenheit suchen. Für jeden an jedem Tag ein gutes Wort "in's Ohr", das schafft Atmosphäre, Mittun und Pflichterfüllung ohne Zwang. Solidarität mit den Schwachen. Bunt ist der Herbst in Piemont. Bunt ist die weltweite Schar junger Menschen von Chile bis Japan, von Sibirien bis Südafrika. Farbenfroh das Leben dieses Mannes: Mit beiden Füßen fest auf der Erde stehend - erdverwachsen, mit seinem Herzen bei seinen Kindern und Jugendlichen, mit seiner Seele verankert bei Gott, seinem und unserem Vater. Thomas Kessler schuf das Ölgemälde 1988. Es ist im Besitz der Pfarrei St. Don Bosco, Velbert-Birth.

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