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Mamma Margherita, Don Bosco und die Jugendlichen (2006)

Mamma Margherita, Don Bosco und die Jugendlichen



Eine Bildbetrachtung von P. Meinolf von Spee SDB zu einer Bronzestatue in der Basilika von Becchi.

Mamma Margherita, Don Bosco und die Jugendlichen von Turin, so würde ich diese Statue in der Basilika in Becchi, dem Geburtsort Don Boscos überschreiben. Sie vermittelt uns etwas von den engen Beziehungen zwischen Don Bosco, seiner Mutter und den Jugendlichen im ersten Oratorium in Valdocco.

Am Allerseelentag 1846 brachen Don Bosco und seine Mutter von Becchi nach Turin auf. Die Anwesenheit einer Frau war bitter nötig geworden, weil Don Bosco nach seiner schweren Erkrankung nun fest in Valdocco wohnen wollte. Da fehlte ihm eine ordnende frauliche Hand für Küche und Haus, wenn er selbst bei den Jugendlichen oder unterwegs in Turin war. Im damaligen Umfeld von Valdocco konnte Don Bosco nach eigenen Worten aber nicht irgendeine Frau zu sich nehmen, wollte er nicht in einen zweifelhaften Ruf gelangen.
So entschloss er sich auf Anraten des Pfarrers von Castelnuovo, seine Mutter zu fragen. Dies war eine echte Herausforderung für beide, denn Don Bosco wusste was er seiner Mutter verdankte. Sie hatte unter großen Mühen alles getan, dass er seine Ausbildung machen konnte. Nach einem entbehrungsreichen Leben hatte sie nun mit 58 Jahren eigentlich", einen ruhigeren Lebensabend bei seinem Bruder Giuseppe verdient, " der ihre Hilfe zugleich noch gut brauchen konnte. Auch für seine Mutter war das Oratorium in Valdocco eine echte Herausforderung. Sie antwortete: "Wenn du meinst, dass dies Gott gefallen wird, dann bin ich bereit, dir zu folgen."

Hinter diesem Satz stehen der Charakter und die Lebenserfahrung dieser Frau. Im ganzen Leben hatte sie sich durch Tatkraft und Gottvertrauen ausgezeichnet. Dies hatte sie ihren Kindern in den Zeiten großer Not oft beispielhaft vorgeführt. Ich denke an die oft berichtete Erfahrung aus dem Hungerwinter 1817, als Mamma Margherita nach gemeinsamen Gebet das einzige Kalb mit der Feststellung schlachtete: "In Notsituationen muss man Notmaßnahmen ergreifen."
Die Erfahrung, dass in der Folge einerseits durch Fleiß und Sparsamkeit und andererseits auch durch "providentielle" Hilfe sich die Situation zum Besseren wendete, machte nachhaltigen Eindruck auf Don Bosco.
Schon sehr früh nahm er das unbedingte Gottvertrauen und die Tatkraft seiner Mutter in sich auf, die bekanntlich sein Werk für die benachteiligten jungen Menschen beflügelten.
Das gleiche Einvernehmen zwischen Mutter und Sohn, das wir in der Statue erkennen, gab es im Oratorium auch zwischen Mamma Margherita und den Jugendlichen. Sie besorgte nicht nur den sehr ärmlichen Haushalt und reinigte und flickte die oft zerrissene Wäsche der Jugendlichen, sondern sie war inmitten der Schar stets Ohr für sie, ermunterte sie durch ihre freudige Art und unterrichtete sie durch ihr sehr bildliches Erzählen.
Ihr verdanken wir - wie Don Bosco in seinen Erinnerungen berichtet - die Einführung der Guten Nacht Ansprache in die salesianische Pädagogik. In einer abendlichen Unterweisung vermittelte sie in ihrer lebendigen Erzählweise den Jugendlichen ein Gefühl von. Angenommensein und Beheimatung und gab ihnen in biblischen und anderen Geschichten Lebenssinn und Gottvertrauen mit in die Nacht. So vorbereitet für den Schlaf, blieben die Jungen gern bei Don Bosco und waren am nächsten morgen nicht mit Sack und Pack verschwunden.
Die Jugendlichen stellten Mamma Margherita bekanntlich durch ihr Ungestüm gewaltig auf die Probe. Nach einer Reihe von Ärgernissen, da man ihr wieder einmal die Wäsche von der Leine gerissen hatte, das Obst gestohlen, den Gemüsegarten zertreten und die Kochtöpfe versteckt hatten, fühlte sich Mamma Margherita so überfordert, dass sie beschloss, nach Becchi heimzukehren.
Es ist noch heute beeindruckend wie der Sohn, erschrocken und traurig durch diesen Beschluss, die Mutter dorthin führte, wo sie die Kinder selbst jeden Abend hingeführt hatte, zum Kreuz. Die knappe Antwort der Mutter: "Es ist wahr, ich hatte es vergessen."
Als Mamma Margherita nach 10 Jahren beständigen Dienstes unter den Jungen im Oratorium im November 1856 schwer erkrankte und kurze Zeit später starb, gab sie Don Bosco und den Jugendlichen folgendes Vermächtnis mit auf den Weg: "Gott weiß, wie sehr ich dich während meines Lebens geliebt habe. Ich hoffe, dich in der Ewigkeit noch mehr lieben zu können. Ich habe ein ruhiges Gewissen; denn ich habe in allem meine Pflicht getan, so gut ich konnte. Vielleicht scheint es, dass ich in manchen Dingen zu streng war, aber es war nicht so, es war der Ruf der Pflicht, der mich trieb. Sag deinen lieben Jugendlichen, dass ich für sie gearbeitet habe und mütterliche Zuneigung für sie empfinde. Empfiehl ihnen, dass sie viel für mich beten und wenigstens einmal die heilige Kommunion für mich aufopfern. U Sie starb, wie sie gelebt hatte: freudigen Herzens, entschlossen und in tiefem Gottvertrauen.

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