Colle Don Bosco
Sie befinden sich hier: HOME    SPIRITUALITÄT    BILDMEDITATIONEN    "GOTT HAT UNS FÜR DIE ANDEREN IN DIE WELT GESETZT" (2000)

"Gott hat uns für die anderen in die Welt gesetzt" (2000)

Don Bosco als Linolschnitt

Eine Bildbetrachtung von Dr. Baldur Hermans (Essen) zu einem Linolschnitt von Barbara Ur-Piwarski (Essen).


Betrachtet man die Grafik, so erkennt man, vom Betrachter aus gesehen, auf der linken Seite eine üppige Landschaft, die an einen Fluss grenzt. Kähne liegen im Wasser, Treibholz bewegt sich im Strom.
Diese Landschaft erinnert an die Heimat Don Boscos, seinen Wurzelgrund, ist aber auch ein Hinweis auf die Sendung seiner Gemeinschaft in die Welt - Südamerika? Ein Fluss, der ins Meer mündet, führt hinaus, verweist auf neue Horizonte, lädt ein zum Abenteuer des Glaubens, der Begegnung mit Menschen und der Entdeckung in der Natur...
Und vor diesem Fluss, auf den gleißendes Licht fällt, steht Don Bosco, dem Betrachter ins Auge sehend. Er ist nicht allein. Von rechts umgibt, ja umdrängt ihn eine Schar vorwiegend junger Menschen, die aus der in der Ferne sichtbaren Stadt kommen. Sie nähern sich hoffnungsvoll, als erwarteten sie ein wichtiges Wort, sehr vertraulich und sich sicher: "Das ist unser Mann, der wird uns etwas Wichtiges sagen".
Und links vor Don Bosco eine junge Frau oder ein Mädchen, das geradezu neugierig ausmachen will, was Don Bosco liest, woraus er etwas vorliest. Don Bosco mit heiterem Gesicht das Buch, das Wort, uns entgegenhaltend: "Kommt, hört", "Kommt lest", "Begreift, worauf ihr euch verlassen könnt.".
Ein Bild kann nicht den ganzen Don Bosco vorstellen, erklären und erzählen. Aber die Künstlerin hat wichtige direkte und indirekte Hinweise gegeben. Und Don Bosco, vor weiter Landschaft und gleißendem Licht, mit einem offenen Buch, lächelnd einladend - das regt mich an, das ist sympathisch.
"Gott hat uns für die anderen in die Welt gesetzt". ¬Es genügt nicht, sich das Wort zu sagen und klar zu machen. Die anderen 'Menschen müssen es auch erfahren, müssen es uns abnehmen können, wenn wir an ihre Seite treten, ihre Weggefährten, Helfer,
Assistenten sein wollen. Vielleicht ist das ein ganz besonderer Zug. im Leben Don Boscos, dass er die Freundlichkeit und auch die Heiterkeit Jesu als Zeichen der Glaubwürdigkeit Jesu lebte. So wird uns im freundlichen und lächelnden Don Bosco der Menschenfreund Jesus begreifbar.


Zur Künstlerin und zur Entstehung des Bildes:
1989 erhielt die in Essen lebende polnische Künstlerin Barbara Ur-Piwarski den Auftrag, eine Grafik zu gestalten, die den HI. Johannes Bosco darstellt. Die Grafik sollte ein Abschiedsgeschenk für den scheidenden Schulleiter des Don-Bosco-Gymnasiums in Essen-Borbeck, Herrn Josef Baumann, sein.
Die Künstlerin, eine Bildhauerin und Malerin, seit 1970 in ihrem Heimatland Polen, in Deutschland und in anderen europäischen Nachbarländern durch Einzel- und Gruppenausstellungen bekannt, hat viele Jahre auch in Kunstbildungsstätten unterrichtet. Die Künstlerin entschied sich für einen Linolschnitt im Format 59 x 42 Gm. Es wurden 20 Druckabzüge gemacht.
Da ihr Don Bosco als Katholikin durchaus bekannt war, aber sie sich bis dahin nicht näher mit ihm befasst hatte, bat sie um einschlägige Literatur und Aussprüche, die von Don Bosco selber stammen. Sie entschied sich für den Ausspruch Don Boscos als Thema der Grafik: "Gott hat uns für die anderen in die Welt gesetzt".

zurück