Colle Don Bosco
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Für die Jugend dieser Erde (2001)

Don Bosco in Barcelona

Eine Meditation von Hans Jürgen Dörrich (Bonn) zu einem Foto vom 3. Mai 1886.


Man sagt, es sei das schönste Bild Don Boscos, das am 3. Mai 1886 - etwa zwei Jahre vor seinem Tod - in Barcelona/Spanien aufgenommen wurde. Don Bosco blickt ernst.
Aber ein mildes, väterliches Lächeln umspielt seinen Mund und verleiht ihm einen gütigen Ausdruck. Im Kreis der ihm anvertrauten Jugendlichen, seiner Salesianer und der spanischen Wohltäter fühlt sich Don Bosco wirklich Zuhause. Hier ist er gelassen und entspannt. Er ist sicher: was sie gemeinsam begonnen haben ist wichtig und gut.
Und: diese Menschen werden sein Werk weiterführen. Das Foto wurde im Garten der vornehmen Villa Marti Codolar aufgenommen, deren Eigentümer ein Freund der Salesianerarbeit in Spanien ist. Zusammen mit den Salesianern hat er auch alle Jugendlichen des Salesianerhauses Sarria eingeladen. Es ist ein Akt der Großzügigkeit, den die Salesianer gerne annehmen. Don Bosco kennt keine Berührungsängste mit Wirtschaft und Politik, wenn es darum geht, den schwächsten Gliedern der Gesellschaft neue Chancen zu eröffnen.
Das Bild ist ein Spiegel der Sendung Don Boscos: neugierig und ein klein wenig vorwitzig schieben sich die Jungen ins Bild, denen die ganze Liebe Don Boscos gilt. Sie lenken den Blick auf die ersten Salesianer, die Don Bosco umgeben, und die aus ihrem Kreis gekommen sind. Don Rua, der spätere Nachfolger Don Boscos als Generaloberer beugt sich über ihn. Mich beeindruckt die Spannung zwischen jugendlicher Neugierde und der Gelassenheit Don Boscos und seiner Salesianer.
Die Fotografie ist ein Bild der Seligen und Heiligen. Neben dem Heiligen Johannes Bosco sind dies der Selige Michael Rua sowie Donna Dorotea (links hinter dem Abt), deren Seligsprechungsverfahren ebenso eröffnet wurde wie der des späteren Provinzials der spanischen Salesianerprovinz, Don Jose Calasanz, der hier unter den Jungen des Salesianerhauses auf der rechten Bildseite abgebildet ist und später in der spanischen Revolution ermordet wurde. Auch der Abt des Trapistenklosters von Santa Maria dei Deserto steht für Frömmigkeit und geistliches Leben.
Frömmigkeit, Lebensfreude und "Alltagstauglichkeit" schließen sich bei Don Bosco nicht aus. "Mit Geduld, Liebe und Religion", will er seine jungen Menschen auf ein
Leben in der Welt vorbereiten. In seinen Träumen sieht er sie an den entferntesten Orten der Erde.
Dieser Jugendtraum Don Boscos wurde bereits zu seinen Lebzeiten wahr. In Spanien kann er dies in besonderer Weise spüren. Sein Werk hat nicht nur in Italien und Spanien Fuß gefasst, sondern auch in der "neuen Welt". Seit 10 Jahren arbeiten "seine Salesianer" in Lateinamerika. Die Vision Don Boscos führte die Salesianer noch im vergangenen Jahrhundert in fast alle Länder Lateinamerikas. Zu Beginn dieses Jahrhunderts verbreitete sich die Salesianische Familie sehr stark in Asien. Anfang der achtziger Jahre auch in zahlreichen afrikanischen Ländern. Heute lebt sie mit der Jugend und engagiert sich für ihre Anliegen in 122 Ländern der Erde.
Das Bild Don Boscos aus dem Garten der Villa Marti Codolar ist eine gut gestaltete Fotomontage. Ein Chronist berichtet, dass innerhalb kürzester Zeit etwa 10 Bilder aufgenommen wurden. Im Zusammenschnitt sehen wir die besten Ausschnitte, die eine gemeinsame Aussage darstellen. Vielleicht ist das Talent Don Boscos,
in jedem Menschen noch etwas Gutes zu sehen und zuerst auf seineTalente und Fähigkeiten zu schauen, auch so etwas wie eine gute Fotomontage. Diese Haltung bedeutet mehr als nur "positiv denken", Sie heißt zugleich: genau hinschauen und von sich selbst absehen, auch dann, wenn es mich etwas kostet. Bringt aber diese Haltung Don Boscos nicht gerade darin mehr Lebensqualität und macht das Leben reicher".

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