Colle Don Bosco
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Don Bosco - im Licht (1994)

Don Bosco - im Licht



Eine Bildbetrachtung von Pater Dr. Rainer Korte SDB zu einem Gemälde in der Hauskapelle des Antoniuskollegs in Neunkirchen.

Don Bosco und die Jugendgruppe um ihn stehen im Licht, werden - erleuchtet - selbst leuchtend. Ungewiss, woher genau das Leuchten kommt, aber wohl nicht so bedeutsam, auf keinen Fall beunruhigend. Denn die Gruppe setzt sich dem Licht aus, fühlt sich wohl darin, wirkt ruhig und gelassen. Sie sind sich des Lichtes, der Erleuchtung wohl sicher.
Sie sind nicht allem entrückt, schweben nicht im luftleeren Raum, sind nicht allein für sich, sind nicht isoliert. Sie suchen und schenken einander Nähe durch ihre Hände, ihre Arme. Sie haben ein Heim, ein Haus, ein Junge trägt seinen Fußball bei sich. Die Basstuba ist in greifbarer Nähe. Zu ihren Füßen äugt aufmerksam ein Hund, wohl der geheimnisvolle "Graue", Don Boscos Beschützer in den Anfängen seines Jugendwerkes .
Im Dunkel links oben schleichen unheimliche Hunde und Wölfe - angreifende Mächte der Finsternis? Hinweis auf Don Boscos Kindheitstraum, in dem sich wilde Tiere in zahme verwandeln? Im Dunkel leben müssen, gleich ob real oder seelisch - das kann ängstigen, krank und unglücklich machen. Denn unsere Augen, gleichermaßen die des Körpers wie der Seele, des Herzens, können nicht sehen, nicht unterscheiden, nichts, wenn es finster ist. Es fehlt uns die rechte Orientierung. Dunkelheit kann auffressen, kann töten, Seele oder Leib, wenn alles unbekannt und unsichtbar ist.
Vielleicht sind die am schlimmsten dran, die ihre eigene Finsternis nicht bemerken; die sich nicht trauen,im Finstern sich bei der Hand, an der Schulter nehmen zu lassen.
Was ist die Sehnsucht der Menschen nach Frieden, nach Liebe und bergender Gemeinschaft, nach Orientierung und Sinn anderes als der Ruf nach Licht, nach Erleuchtung?
Wer sich auf das Licht einlässt, sich ihm aussetzt, der wird sichtbar, wird unterscheidbar von dem, was im Finstern liegt, Finsternis ist. Und er kann sehen, unterscheiden, trotz des allgegenwärtigen Dunkels. Er erkennt seinen Weg und sein Ziel.
Er spürt handgreiflich - die anderen, die auch nach dem Licht, nach Erleuchtung suchen.
Don Bosco und mit ihm seine Jungen stehen im Licht, abgehoben gegen das Dunkel, aber sie "heben nicht ab". Sie werden nicht stehen bleiben, das deuten der Weg, die Straße im Vordergrund, an. Sie werden miteinander gehen, im Licht bleiben, auch dann, wenn - äußerlich - ihre Wege sich trennenwerden. Sie bleiben verbunden, durch das Licht, im Licht, und so werden sie es weitertragen.

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